Symbolbild für Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Umweltschutz als Selbstständiger: 10 konkrete Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit

Das individuelle Handeln eines selbstständigen Kleinunternehmers wird die Ökokrise nicht lösen. Aber mit jedem Pionier, der vorangeht, erhöht sich der Druck auf die politischen und wirtschaftlichen Dickschiffe, endlich auch nachhaltig zu wirtschaften.

Jedes Beispiel, das zeigt, wie es geht, bringt große Konzerne wie Siemens und RWE mehr in Erklärungsnot. Mit jedem Unternehmer, der enkelgerecht handelt, schwindet auch die politische Begründung, den umweltzerstörenden Status Quo zu konservieren. Dann muss nämlich die umweltzerstörende Wirtschaft nicht mehr zwingend bewahrt werden, weil ein immer größerer Teil der Wirtschaft unsere Erde kaum zerstört.

Bevor ich jetzt meine Ideen für mehr Umweltsschutz ausführe, will ich kurz auf die Dringlichkeit der Lage aufmerksam machen. Wir alle sind gut darin, zu verdrängen. Doch das könne wir uns nicht leisten:

Die Arktis brennt gerade. Auch hier wird es deutlich wärmer. Die Durchschnittstemperatur ist in Deutschland in den letzten 130 Jahren um 1,6 Grad Celsius gestiegen. Schon in den nächsten fünf bis zehn Jahren wird sich der Temperaturanstieg bei uns weiter beschleunigen.

Dazu kommt: Eine Million Arten sind akut vom Aussterben bedroht. Der Mensch sorgt für das sechste Massensterben der Erdgeschichte. Die Auswirkungen davon sind sicherlich gravierend. Wie gravierend ist jedoch noch kaum abzuschätzen.

Ich hoffe, das war genug Ansporn, spätestens jetzt ins Handeln zu kommen. Unser Vorteil als Selbstständige: Wir können alleine sofort entscheiden, welche Maßnahmen wir für mehr Umweltschutz umsetzen.

Hier kommen die zehn Maßnahmen, die mir eingefallen sind:

  1. Ressourcenschonend ins Büro fahren
  2. So wenig geschäftlich reisen wie möglich
  3. Energieverbrauch im Büro klimaverträglich gestalten
  4. Umweltbewusst ernähren
  5. Bei der Webentwicklung Ressourcen sparen
  6. Geld bei einer grünen Bank verwalten
  7. Auf nachhaltige Beschaffung achten
  8. 1% des eigenen Umsatzes spenden
  9. Eine Gemeinwohlbilanz erstellen
  10. Bewusst weniger arbeiten

1. Ressourcenschonend ins Büro fahren

Der PKW-Verkehr macht allein 12% des CO2-Ausstoßes in Deutschland aus. Dazu kommt noch der Lärm und die Flächenversiegelung durch Straßen und Parkplätze. In München werden angeblich mehr als 12% der Fläche von Parkplätzen eingenommen. Krass, wenn man an den generellen Wohnungs- und Platzmangel dieser Stadt denkt.

Darum ist der Verzicht auf Autofahrten – und im besten Fall sogar noch auf ein eigenes Auto – einer der größten Hebel, mit dem du zum Umweltschutz beitragen kannst. Also:

  • Mit dem Fahrrad ins Büro fahren: Das sorgt gleich noch für die dringend benöitgte Alltagsbewegung für uns Büroarbeiter.
  • Die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen: Da kann man endlich die ganzen WhatsApp-Nachrichten beantworten.
  • Gleich im Home Office bleiben: Da kann man in einer kurzen Arbeitspause noch Wäsche waschen.

Weiterlesen zum ressourcenschonenden Weg ins Büro:

  • Autokauf (Umweltbundesamt): Die oben zitierten Fakten zur CO2-Belastung des Autoverkehrs stammen aus dieser Quelle.
  • Parkende PKW (Wirtschaftswoche): Top Ten der deutschen Städte nach Platzverbrauch durch parkende Autos.
  • Täglich mit dem Rad zur Arbeit (bielinski): Ein Interview mit Lars, der jeden Tag 30 KM mit dem Fahrrad in die Arbeit pendelt.

2. So wenig geschäftlich reisen wie möglich

Fliegen ist die klimaschädlichste Art sich fortzubewegen. Ein Business-Trip von München nach London und zurück mit insgesamt vier Stunden Flugzeit verbraucht laut CO2-Rechner des Umweltbundesamts 0,95 Tonnen CO2. Wenn man die planetaren Grenzen auf die Erdbevölkerung runterrechnet, bleibt für jeden Deutschen laut Umweltbundesamt eine Tonne. Also verbraucht ein Flug in der Business-Klasse von München nach London ziemlich genau das Jahresbudget an eigentlich erlaubtem CO2.

Also ist jede verhinderte Flugreise ein großer Gewinn für das Klima und die zukünftigen Generationen. Diese Strategien helfen, Businessflüge zu vermeiden:

  • Auf Video- oder Telefonkonferenzen umsteigen: Das haben wir ja inzwischen alle ausführlich geübt.
  • Mit der Bahn fahren, wenn es die Entfernung zulässt: Da lässt es sich sogar oft besser arbeiten.
  • Einen Fokus auf Kunden in der Region legen: Kunden, zu denen man nicht weit anreisen muss, sparen nicht nur CO2, sondern auch Lebenszeit.

Wenn alles nichts hilft, und der Flug zu einem Kunden einfach sein muss, bieten sich noch verschiedene Anbieter eine CO2-Kompensation an, die mit dieser Spende Klimaschutzprojekte realisieren.

Weiterlesen zu Geschäftsreisen und ihren Alternativen:

  • Flugreisen (Umweltbundesamt): Die oben zitierten Fakten zur CO2-Belastung des Flugverkehrs stammen aus dieser Quelle.
  • CO2-Rechner (Umweltbundesamt): Hier kannst du selbst berechnen, wie viel CO2 durch welche Aktivität erzeugt wird und wie viele Tonnen CO2 welche Flugverbindung freisetzt.
  • CO2-Kompensation (Stiftung Warentest): Hier vergleicht die Stiftung Warentest die unterschiedlichen Anbieter von CO2-Kompensationen. Die ausführlichen Testergebnisse liegen hinter der Paywall.
  • Video-Konferenztools im Überblick (heise): Hier werden sieben der meist verbreiteten Anbieter vorgestellt.


3. Den Energieverbrauch im Büro (oder im Home Office) klimaverträglich gestalten

Grundsätzlich gibt es zwei große Hebel, mit denen du deinen Energieverbrauch im Büro umweltverträglich gestalten kannst:

  1. Strom aus erneuerbaren Energien beziehen
  2. Den Energieverbrauch senken

Mit der Nachfrage nach Ökostrom förderst du beim richtigen Anbieter direkt den Ausbau der erneuerbaren Energien und dadurch den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen.

Aber auch die Erzeugung von Ökostrom belastet die Umwelt. Windräder, Staudämme, Solarzellen müssen produziert und gewartet werden. Deswegen ist es mindestens genauso wichtig, den Energieverbrauch zu senken.

Heizen ist mit knapp 85 % des Energieverbrauchs von Haushalten in Deutschland der mit Abstand größte Batzen (67,6% Raumwärme und 15,9% Warmwasser). Auch im Büro lässt sich viel Energie sparen, vor allem da die Räumlichkeiten meist nur den halben Tag genutzt werden und am Wochenende oft gar nicht.

Mit diesen Tipps kannst du Heizkosten und Energie sparen

  • Raumtemperatur senken: Mit jedem Grad weniger sparst du 6% der Heizenergie. Also vielleicht im Zweifel eher zum Pulli greifen als die Heizung aufdrehen.
  • Im Winter stoßlüften statt das Fenster dauerhaft kippen: Bei gekippten Fenstern tauscht sich die Luft kaum aus und es kühlen die Wände ab. Dadurch musst du mehr heizen und holst dir vielleicht sogar noch Schimmelpilze ins Büro.
  • Heizkörper regelmäßig entlüften: Wenn eine Heizung lustig gluckert und kaum warm wird, ist zu viel Luft im Heizkörper. Jeder Luftblase bedeutet Energieverschwendung und höhere Kosten.
  • Auf programmierbare Thermostate wechseln: Gerade in einem Büro, das montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr genutzt wird, verschwendet extrem viel Energie, wenn die Heizung durchläuft. Mit programmierbaren Thermostaten kannst du die Heizzeiten auf deine Bürozeiten einstellen. Pro Heizkörper musst du zwischen 10 und 50 € investieren.

Weiterlesen zu Energie sparen im Büro:

  • Energieverbrauch privater Haushalte (Umweltbundesamt): Außer den oben genannten Zahlen findet sich hier auch die Entwicklung des Energieverbrauchs über die letzten Jahre.
  • Ökostrom: Diese 7 Anbieter empfiehlt dir Utopia (utopia.de): Es gibt Unmengen an Stromanbietern. Diese sieben haben gemeinsam, dass, 1. der Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird, 2. diese Ökostromanbieter unabhängig sind von den vier großen Stromkonzernen, 3. sie oft auch von namhaften anderen Organisationen empfohlen werden und 4. sie schon länger den Ausbau erneuerbarer Energien aktiv fördern.
  • Richtig heizen leicht gemacht (co2online.de): Hier kannst du selbst berechnen, wie viel CO2 durch welche Aktivität erzeugt wird und wie viele Tonnen CO2 welche Flugverbindung freisetzt.

4. Umweltbewusst ernähren

Unsere Ernährung schadet dem Klima noch mehr als der Verkehr. Allein der Fleischkonsum ist für 10% aller Emissionen verantwortlich, die ein durchschnittlicher Deutscher pro Jahr verursacht.

So kann jeder auch im Berufsleben auf klimabewusste Ernährung achten:

  • Beim Mittagessen im Restaurant Gerichte ohne Fleisch bestellen.
  • Für das Büro einen Obstkorb aus der Region für die Snacks zwischendurch bestellen.
  • Falls eine Bürogemeinschaft regelmäßig gemeinsam kocht, könnte sich ein Ernteanteil einer solidarischen Landwirtschaft lohnen. So kommt die Ernte direkt vom Erzeuger ins Büro.

Weiterlesen zur umweltbewussten Ernährung:

  • Unsere Ernährung schadet dem Klima mehr als der Verkehr (ZEIT ONLINE): Dieser Artikel ist schon acht Jahre alt, aber er bereitet sehr gut eine Studie des WWF auf, die die Ausmaße der Klimabelastung durch die Ernährung schätzt.
  • Klimaschutz beim Essen und Einkaufen (Verbraucherzentrale): Das ist ein guter Überblicksartikel, der die typischen Fragen zum Klimaschutz beim Essen behandelt.
  • Ökokiste (Ökokiste e.V.): In dem Verband Ökokiste e.V. haben sich 40 Betriebe quer durch Deutschland zusammengeschlossen, die Bio-Produkte aus der Region an die Haus- oder Bürotür liefern.

5. Ressourcen sparen bei der Webentwicklung und der eigenen Website

Insgesamt ist unsere Digitaltechnik ist wohl noch schädlicher als der weltweite Flugverkehr und verursacht insgesamt ungefähr vier Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Tendenz stark steigend. 2030 werden es wohl schon acht Prozent sein.

Um möglichst wenig zu diesem Anstieg beizutragen, können wir Selbstständigen auf diese Dinge bei unseren Websites achten:

  • Grünes Hosting nutzen: Es gibt inzwischen genügend Anbieter, die ihre Server mit erneuerbarer Energie betreiben und so für einen geringen CO2-Ausstoß sorgen.
  • Energieeffiziente Websites bauen: Jeder Websiteaufruf braucht Energie. Von Website zu Website ist jedoch verschieden, wie viel Energie verbraucht wird. Energieeffiziente Websites sind oft schneller und damit auch beliebter bei Suchmaschinen. Also tust du durch schnelle Websites nicht nur der Umwelt einen Gefallen sondern hilfst auch der eigenen Sichtbarkeit bei Google.
Check der Nachhaltigkeit von atlas-der-selbststaendigkeit.de
Ergebnis des Website Carbon Calculator für atlas-der-selbstständigkeit.de

Weiterlesen zur Webentwicklung und der Klimabilanz des Internets:

  • Politik vernachlässigt digitale CO2-Bilanz (NDR): Die hier genannten Zahlen stammen aus diesem Beitrag.
  • Website Carbon Calculator (websitecarbon.com): Hier kannst du schätzen lassen, wie viel CO2 durch deine Website in die Atmosphäre gelangt und wie viel Bäume du pflanzen müsstest, damit deine Website klimaneutral ist.
  • WordPress, das Web und das Klima (simon.blog): Ein WordPress-Entwickler beschreibt den Energieverbrauch des Internets und gibt Tipps, was jeder persönlich dagegen tun kann.
  • 17 ways to make your website more energy efficient (WHOLEGRAIN digital): Hier sind 17 Maßnahmen aufgeführt, die deine Website nicht nur energieeffizienter, sondern auch schneller und nutzerfreundlicher machen.
  • CO2 emissions on the web (Danny van Kooten): Danny van Kooten behauptet, er habe durch cleaneren Code 59.000 kg CO2 eingespart. Das Interessante an diesem Beitrag ist die Berechnung dieser 59.000 kg.


6. Geld bei einer grünen Bank verwalten

Banken gehören zum Nervensystems unserer Wirtschaft. Über die Kreditvergabe entscheiden sie, welche Projekte finanziert werden und welche keine Chance auf Realisierung haben, da sie keine Finanzierung bekommen.

Generell sind Privatbanken wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank in erster Linie ihren Aktionären und deren Gewinnmaximierung verpflichtet. Deswegen finanzieren diese eher das Waffengeschäft als den Bio-Bauernhof. Auf der anderen Seite des Spektrums finden sich die ethischen oder grünen Banken, die bei der Finanzierung von Projekten auch deren ökologische und soziale Renditen im Blick behalten.

Wie viel Geld eine Bank zur Vergabe von Krediten nutzen kann, hängt von der Summe des verwalteten Geldes ab. So kann dein Geschäftskonto indirekt zur Finanzierung von Panzern beitragen oder zur Gründung eines ökologisch arbeitenden Bio-Bauernhofs.

Weiterlesen zu Banken und Ethik:


7. Auf nachhaltige Beschaffung achten

Jedes Werkzeug, jeder Computer, jedes Mobiltelefon – und überhaupt alles, was wir kaufen – braucht für die Herstellung und den Transport Ressourcen und Energie. Also ist es grundsätzlich gut für die Umwelt, möglichst wenig zu kaufen und seine Sachen lange zu nutzen.

Ein weiterer Vorteil: Diese Kaufvermeidung tut nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Geldbeutel gut.

Die Pyramide der nachhaltigen Beschaffung
Eigene Darstellung, inspiriert von der Münchner Nachhaltigkeitspyramide von mucbook.

Weiterlesen und Beispiele für nachhaltige Beschaffung:

  • Repair Cafés (Abfallwirtschaft München): Repair Cafés bieten die Möglichkeit an, alle möglichen Dinge von kundigen Privatleuten reparieren zu lassen oder sich bei der Reparatur Hilfe zu holen. Hier findest du ein Liste von Repair Cafés in und um München. Für andere Städte einfach googeln.
  • Greenpanda.de: Second-Hand-Computer.
  • dieUmweltdruckerei: Nachhaltige Online-Druckerei für Flyer, Plakate, Visitenkarten usw.
  • raidboxes: Ein Beispiel für klimapositives WordPress-Hosting.
  • Memo: Nachhaltiger Versandhandel für Bürobedarf.
  • Kompass Nachhaltigkeit für KMU (Kompass Nachhaltigkeit): Diese Website der GIZ stellt Tools und Infos zur nachhaltige Beschaffung für Selbstständige bereit. Etwas zu umfangreich für den typischen Solo-Selbstständigen, aber doch interessant, auf was man alles achten könnte.

8. 1% des eigenen Umsatzes für den Planeten spenden

Die Unternehmer Yvon Chouinard (Gründer von Patagonia) und Craig Mathews gründeten 2002 das Netzwerk One Percent For The Planet. Alle Mitglieder verpflichten sich, mindestens ein Prozent des Umsatzes für seriöse Umweltschutzorganisationen zu spenden. Inzwischen sind so schon mehr als 250 Millionen Dollar zusammengekommen.

Ich finde es motivierend, wenn ich mit jedem verdienten Euro gleichzeitig auch die Umwelt schütze. Vielleicht ist es sogar ein schöner Effekt zur Kundenbindung, wenn man seinen treuesten Kunden am Jahresende sagen kann: Durch unsere Zusammenarbeit wurden 100 neue Bäume gepflanzt.

Weiterlesen zu Umsatz spenden

  • 1% for the planet (onepercentfortheplanet.org): Das ist die Website des Netzwerks One Percent for the Planet.
  • Climate Change Exceutive Summary (FoundersPledge): Hier werden zwei Organisationen empfohlen, die den Klimawandel wohl besonders effektiv angehen.

9. Eine Gemeinwohlbilanz erstellen oder als B-Corp zertifizieren lassen

Der Standard unseres Wirtschaftens ist die Ausrichtung nach finanzieller Rendite. Manager sind dazu verpflichtet, das Eigentum der Aktionäre zu mehren. Soziale und ökologische Faktoren sind, wenn überhaupt, nur Nebenbetrachtungen.

Wer das für sich ändern möchte, kann eine Gemeinwohlbilanz erstellen. Während eine betriebswirtschaftliche Unternehmensbilanz die ökonomischen Effekte dokumentiert, wird mit einer Gemeinwohlbilanz auch die soziale und ökonomische Wirkung erhoben.

Dazu wird dokumentiert, wie eine Unternehmung die vier Werte Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Transparenz und Mitentscheidung in seinem konkreten Wirtschaften umsetzt. Die Gemeinwohlmatrix dient als Grundlage der Bilanzierung und gibt einen ersten Eindruck, wie evaluiert wird.

Die Bewegung der Gemeinwohlökonomie startete 2010 in Österreich und hat sich seitdem vor allem in Deutschland und Europa ausgebreitet. Ungefähr 500 Unternehmen haben bisher eine Gemeinwohlbilanz erstellt.

Eine globale Alternative zur Erstellung einer Gemeinwohlbilanz ist die Zertifizierung als B-Corp. Prinzipiell kann jeder kostenlos per Online Tool ein B Impact Assessment durchführen und so herausfinden, wie sich die Aktivitäten der eigenen Unternehmung auf die Gesellschaft auswirken. Wer dabei mehr als 80 Punkte erreicht, kann den nächsten Schritt gehen und den Zertifizierungsprozess gemeinsam mit einem sogenannten B Lab Team angehen. Weltweit sind laut eigenen Angaben aktuell 2.500 Unternehmen B-Corp zertifiziert.

Auch wenn sowohl die Erstellung einer Gemeinwohlbilanz als auch die Zertifizierung als B-Corp viel Zeit und einiges an Geld kostet, wird so für deine Kunden sichtbar, dass und wie du dich für eine bessere Welt einsetzt. In Zeiten, wo gefühlt jeder „die Welt zu einem besseren Ort“ machen möchte, ist das ein echtes Unterscheidungsmerkmal.

Weiterlesen zu Gemeinwohlbilanz und B-Corp:

  • Zum Wohl der Aktionäre (brandeins): Hier wird die Geschichte eines Gerichtsurteils erählt, indem Aktionäre Henry Ford verklagten, weil dieser lieber seinen Gewinn reinvestieren wollte als ihn an seine Aktionäre auszuschütten.
  • Economy for the common good (ecogood.org): Auf der offiziellen Website der Gemeinwohlökonomie ist die Vision dahinter erklärt und auch, wie jeder sich engagieren kann.
  • Mehr Gemeinwohl bitte! Zweiter Workshop zu mehr Nachhaltigkeit (raidboxes.io): Der WordPress-Hoster raidboxes erzählt von seinem Workshop für mehr Gemeinwohl. Besonders empfehlenswert sind aus meiner Sicht die Workshop-Unterlagen, die es dort zur eigenen Verwendung zum Download gibt.
  • Gemeinwohlökonomie: Ein Thema für Soloselbstständige? (DVÜD): Lyam Bittar ist selbstständiger Übersetzer und hat eine Gemeinwohlbilanz erstellt. In diesem Interview gibt er einen Einblick in den Prozess der Bilanzierung und erzählt, wie viel Aufwand in Zeit und Geld er für die Bilanzierung aufbringen musste.
  • B-Lab Europe (bcorporation.eu): Auf der offiziellen Seite von B Lab Europa finden sich die Infos, wie ein Unternehmen den Weg zur B-Corp-Zertifizierung schafften kann.

10. Bewusst weniger arbeiten

Die Wortschöpfung „stuffocation“ beschreibt den Zustand der meisten Deutschen eigentlich ganz gut: Wir ersticken (to suffocate) an unserem Zeug (stuff). Wir haben nicht mehr zu wenig, sondern von allem zu viel: Emails, Verpflichtungen, Zeug. Das ist nicht nur für uns ungesund, sondern wegen der Ökobilanz unseres Konsums auch schlecht für die Erde.

Der wohl wirksamste „Hack“ gegen dieses Zuviel ist die Reduzierung der eigenen Arbeitszeit. Dadurch reduziert sich erstens das Einkommen, wodurch weniger Geld für Unnötiges übrig bleibt. Zweitens bleibt mehr Zeit. Sich den anderen – oft unbezahlten – Arbeiten zu widmen, wie der Kindererziehung oder der Altenpflege. Außerdem bleibt natürlich auch mehr Raum für eigenen Interessen und Hobbies jenseits der einkommensrelevanten Arbeit. Konsum, der als Belohnung und Kompensation für erbrachte Opfer in der Arbeit begriffen wird, sollte sich so auch reduzieren

Ein Vorteil als Selbstständiger ist, dass du deine Arbeitszeit relativ gut selbst steuern kannst. Wenn du nur noch Aufträge annimmst, die dir wirklich gefallen und zu dir passen, dann stärkst du dadurch gleichzeitig deine eigene Positionierung.

Weiterlesen zu weniger Konsum und Zeitwohlstand:


Maximal einmal monatlich Empfehlungen und Tipps für deine Selbstständigkeit – unser Newsletter

Deine Daten sind sicher. In der Datenschutzerklärung findest du Hinweise zu Datenschutz, Widerruf, Protokollierung sowie der von der Einwilligung umfassten Erfolgsmessung. Du kannst dich jederzeit austragen und deine Einwilligung widerrufen.


Füge einen Kommentar hinzu

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.