Ein eigenes Buch als Weg zum Experten

Mit deinem eigenen Buch zum „Experten“ werden

Ich weiß noch genau, wie ich vor drei Jahren mit dem Speaker und Autor Martin Gaedt zum Mittagessen verabredet war. Wir wurden über einen gemeinsamen Bekannten vernetzt und er hatte damals gerade sein zweites Buch „Rock your Idea“ veröffentlicht.

Er sagte, dass sich vor allem eine Sache durch seine zwei Bücher geändert habe. Auch vorher schon war er als Gast zu Podiumsdiskussionen und Speaking-Auftritten eingeladen worden. Damals wurde er aber immer irgendwie kryptisch als Redner, Gründer oder Querdenker begrüßt.

Nach der Veröffentlichung seines ersten Buches baten sie ihn auf einmal mit den Worten „Autor und Experte“ auf die Bühne! Dadurch, dass er sein Wissen gebündelt in einem Buch zusammengefasst hatte, war er zum Experten geworden.

Auch mir ist es aufgefallen, dass man gerade im B2B-Bereich als Autor ein anderes Ansehen genießt als es Blogger, Youtuber oder Podcaster tun. Ein Buch bedeutet eben immer noch Qualität! Dabei gibt es jedoch ein paar Aspekte zu beachten und einige Fallstricke zu vermeiden.

Wenn du auch mit dem Gedanken schwanger gehst, ein eigenes Buch zu schreiben, um deine Bekanntheit und deine Reputation zu stärken, lass mich dir drei Tipps aus eigener Erfahrung mitgeben.

1. Traditioneller Verlag vs. Self-Publishing

Ich dachte wirklich, ich spinne. „Das ist jetzt nicht dein Ernst“ schrieb ich an Thomas, „wir hatten jetzt so lange Zeit, das gemeinsame Buch zu veröffentlichen und jetzt soll es genau einen Tag vor meinem eigenen Buch erscheinen?“

Das Leben schreibt die besten Geschichten. Ich habe in meinem Leben noch nie ein Buch veröffentlicht und dann durfte ich im letzten Jahr neben meinem eigenen Werk „52 Wege zum Erfolg“ noch an einem weiteren Buch mitschreiben: Think Growth.

Ein Buchprojekt gemeinsam mit neun anderen bekannten deutschen Autoren. Eigentlich wollten wir es schon im Juni veröffentlichen, aber das Projekt verzögerte sich durch ein paar Autoren so lange, bis es am Ende genau einen Tag vor meinem eigenen Buch erschien. Verrückt!

So hatte ich dann aber den direkten Vergleich zwischen der Veröffentlichung eines Buches im traditionellen Verlag und im Self-Publishing.

Es gibt viele gute Argumente, die für das eine oder das andere sprechen. Für mich waren damals aber zwei Dinge klar:

  1. Mein eigenes Buch ist für mich kein Mittel, um Geld zu verdienen, sondern eine Art des Marketings.
  2. Das Buch soll auf meine Glaubwürdigkeit und Reputation einzahlen.

Dazu kam noch ein dritter Grund: mein Ego! Ich wollte einmal in meinem Leben in eine Hugendubel-Buchhandlung gehen und mein eigenes Buch zwischen Tony Robbins und Stephen Covey liegen sehen.

Aus diesen Gründen war für mich klar, dass ich den Old-School-Weg über einen Verlag gehen möchte.

Überlege dir also, was deine Beweggründe sind ein Buch zu schreiben. Willst du damit Geld verdienen und statt 10% lieber 60-70% des Buchpreises für dich behalten? Dann solltest du ins Self-Publishing gehen. Andernfalls würde ich immer probieren beim ersten Buch einen bekannten Verlag für dich zu gewinnen!

2. Verkäufe und Rezensionen

Natürlich reicht es nicht für deinen „Experten-Status“ ein Buch in einem großen Verlagshaus zu veröffentlichen. Das ist nur der erste Schritt. Jetzt geht es darum, möglichst viele Exemplare zu verkaufen und natürlich möglichst gute und viele Amazon-Rezensionen zu erhalten.

Auch wenn es traurig ist, aber bei der Vermarktung kannst du alle anderen Plattformen vergessen. Amazon ist hier der absolute Platzhirsch.

Wirst du auch skeptisch, wenn ein Buch nur 3 Rezensionen hat? Deswegen bitte deine Leser im Buch aktiv um Feedback und Rezensionen. Frage alle Freunde, Verwandte und Bekannte, die das Buch gelesen habe, ob sie dir eine Rezension schreiben können.

So kommen zumindest schon einmal die ersten 12 Rezensionen zusammen und der Rest ergibt sich dann hoffentlich organisch.

Vorausgesetzt: Das Buch verkauft sich gut!

Hier darfst du fleißig Marketing machen. Ich habe bei meinem Buch alles probiert: 300 persönliche Video-Nachrichten an meine wichtigsten Kontakte, PPC-Werbung, Podcast-Auftritte, Social-Media Kampagnen und natürlich eine PR-Agentur, die ich beauftragt hatte. Dazu jetzt mehr im dritten Tipp!

3. Mediale Aufmerksamkeit

Es ist schön, wenn du ein Buch hast, das in einem traditionellen Verlag erschienen ist und gute Amazon-Rezensionen hat.

Was aber noch viel mehr Wert ist, sind positive Presseberichte. Wie oben angedeutet, habe ich eine PR-Agentur beauftragt, weil mein Verlag hier leider sehr passiv war. Die Agentur hat es geschafft Redakteure von verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften für mich zu begeistern: Handelsblatt, WirtschaftsWoche, Business Punk oder Hamburger Abendblatt sind nur eine Auswahl.

Natürlich schafft solch eine externe Rezension und die damit einhergehende Reichweite nochmal jede Menge Vertrauen bei meinen Kunden.

Ein schöner Nebeneffekt ist, dass ich die Zitate aus der Presse und die Logos auf meiner Website und bei Amazon verwenden kann, was sich wieder positiv auf die Verkäufe des Buches auswirkt.

Die wichtigsten Learnings in Kürze

Lass uns also die wichtigsten Learnings zusammenfassen: Ich unterstelle dir einfach einmal, dass Inhalte, Covergestaltung und der Titel deines Buches sehr gut und für deine Zielgruppe passend gewählt sind. Das ist für mich die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Buch, das auf dein Personal Branding einzahlt.

Dann solltest du dir überlegen, ob du einen traditionellen Verlag wählst oder das Buch im Self-Publishing veröffentlichst. Als nächstes prüfst du, wie viel Marketing und PR dein Verlag macht und den Rest nimmst du selbst in die Hand. Siehe die Ausgaben als Investition in dich und dein Unternehmen.

Zum Schluss darfst du proaktiv nach Rezensionen und Feedback fragen. Das schafft nicht nur Vertrauen, sondern gibt dir noch wertvolle Impulse, was du beim nächsten Buch besser machen kannst!

Was sich für mich geändert hat

Zum Abschluss interessiert dich vermutlich, ob es mir wie Martin in der Einleitung ergangen ist?

Die Antwort ist ein klares „Jein“. Auf der einen Seite habe ich gemerkt, dass sich die öffentliche Wahrnehmung in meinem Kollegen-, Freundes- und Bekanntenkreis verändert hat. Es war ein wenig so, als hätte ich eine Doktorarbeit geschrieben. Auch bei Kunden wurde ich oft positiv auf das Buch angesprochen. Ebenso erlebe ich weniger Diskussionen über meine Tagessätze seitdem das Buch erschienen ist.

Wenn du allerdings hoffst, dass danach alle DAX-Konzerne bei dir Schlange stehen und dich als Speaker buchen wollen, muss ich dich enttäuschen. Bei mir kam noch erschwerend Corona hinzu, aber dennoch bleibt der Beruf als Autor und Speaker harte Arbeit und nach dem ersten Buch sollten für deinen „Experten-Status“ noch weitere folgen!

Ich wünsche dir viel Erfolg und freue mich von dir zu hören!

Dennis


Über Dennis Fischer

Dennis Fischer studierte Internationales Management in Reutlingen und Reims. Nach Stationen bei Start-ups hat er 2016 den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Dennis Fischer arbeitet als Autor, Speaker, Trainer und Innovationsberater. 2019 hat er sein Buch 52 Wege zum Erfolg – Die besten Ideen aus 500 Business-Ratgebern beim Wiley Verlag veröffentlicht.

Portrait von Dennis Fischer

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